Umknickverletzung des Sprunggelenkes

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Verletzungen der Kapsel und des Außenbandes des oberen Sprunggelenkes entstehen durch das Umknicken des Fußes und gehören zu den häufigsten Verletzungen im Sport.
Die typischen Beschwerden nach einer Umknickverletzung sind Schmerzen am und unterhalb des Außenknöchels bei Bewegung und Belastung des Fußes und bald darauf eine Schwellung und Blutergussbildung. Da sämtliche Symptome auch bei einem Knochenbruch auftreten, muss immer auch an einen Bruch des Außenknöchels gedacht werden!

 

Erste Hilfe bei Umknickverletzungen

Die wichtigsten Sofortmaßnahmen bei stumpfen Verletzungen wie z. B. Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen, sind:

  • Druckverband
  • Kühlung
  • Ruhigstellung in möglichst schmerzarmer Lage
  • Hochlagerung
  • Entlastung

Ziel der Sofortmaßnahmen ist es, die Einblutung und damit die Schwellung möglichst gering zu halten (siehe PECH-Regel). Eine Kälteanwendung wirkt zusätzlich schmerzlindernd.

Kompressionsverband anlegen
Sind elastische Binden zum Anlegen eines Druckverbandes vorhanden, dann sollte der Schuh zuvor komplett geöffnet (Schnürsenkel herausfädeln!) und vorsichtig ausgezogen werden. Hat man keine Möglichkeit, einen Kompressionsverband anzulegen, dann lässt man besser den Fuß im Schuh. Der Druckverband wird mit mäßigem Zug (der Patient muss ihn gut vertragen) von den Zehengelenken bis in Höhe des ersten Drittels des Unterschenkels gewickelt. Die Ferse muss ganz eingewickelt sein. Die Wickeltouren verlaufen jeweils von der Außenseite des Fußes nach oben über den Rückfuß und an der Innenseite nach unten. Beim Wickeln soll der Fuß in 90°-Stellung gehalten und möglichst nicht bewegt werden. Dabei den Fußaußenrand etwas anheben. Der Druckverband kann anfangs alle 15 bis 20 Minuten kurzzeitig gelockert und das Gelenk gekühlt werden. Danach wird der Verband wieder erneuert.

Keine falsche Heroik!
Beim Umknicken im Gelände darf der Verletzte keinesfalls kilometerlang heroisch heimhumpeln, da sich die Verletzung dadurch beträchtlich verschlimmern kann. In diesem Fall sollte man sich beim nach Hause Kommen helfen lassen.

Vorsicht bei Tape und Eisspray!

Da ein Tape nicht nachgibt, darf es niemals zirkulär, das heißt in einem Zug komplett um das gesamte Sprunggelenk gezogen und auf sich selbst verklebt werden. Ein Tape darf bei einer frischen Verletzung nicht mit zu viel Druck angelegt werden damit es nicht abschnürt. Bei zunehmender Schwellung kann es sonst leicht zu Stauungen und Druckschäden des Gewebes kommen! Wer mit dem Tapen nicht vertraut ist, sollte es in der Ersten Hilfe auch nicht anwenden. Der Geübte kann einen Kompressions-Bindenverband durch spezielle Tapezügel zusätzlich verstärken.
Auch Eissprays gehören nicht in die Hand von Laien. Bei unerfahrener Anwendung von Eissprays direkt auf die Haut kann es zu lokalen Erfrierungen kommen, da Temperaturen deutlich unter 0 °C erzeugt werden können! („Schneebildung“ auf der Haut).